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"WAS WIRD ÜBERSEHEN"

Haydngasse 15, 1060 Wien
Ausstellungsdauer: 22.04 - 28.05.26
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 15 -18 Uhr.

Comics kennt jeder, ob Superman, Spiderman oder Entenhausen. Sie amüsieren uns und wecken schöne Erinnerungen. Doch was verbirgt sich hinter den vertrauten Geschichten? Die Körper der Figuren haben sich über Jahrzehnte massiv verändert. Sie entfernen sich immer weiter von der Realität und wachsen zu unerreichbaren Idealbildern heran. Verbergen sich hinter diesen bunten Kulissen gesellschaftliche Strukturen, Urteile und Missstände –getarnt als harmlose Unterhaltung?

Was hat das mit alltäglichen Handgriffen zu tun? Mit Bügeln, Abwaschen, Aufräumen. Was steckt hinter dem Banalen?

Die Ausstellung zeigt auf, dass sich hinter dem Vertrauten mehr verbirgt, als uns bewusst ist. Hinter gewöhnlichen Tätigkeiten verstecken sich überraschende, unerwartete Momente, hinter unterhaltsamen Erzählungen wie Heldengeschichten aus Comics stehen kritische, nicht mehr zeitgemäße Strukturen. Sie richtet den Blick auf das, was wir übersehen – in der Routine des Alltags ebenso wie in der Selbstverständlichkeit, mit der wir uns von Heldenepos und Geschichten berieseln lassen.

Jolanda Rendl und Péter Tauber zeigen mit ihrer Malerei versteckte Momente auf und laden dazu ein, vertraute Bilder neu zu betrachten. Sie untersuchen Macht in der Popkultur und Bedeutung im Intimen. Sie dekonstruieren und verdichten.

Kuratiert von Heribert Michlmayer

Jolanda Rendl

Die Künstlerin erforscht intime, oft als banal wahrgenommene Alltagssituationen und nimmt Momente – Bügeln, Abwaschen, Aufräumen – aus ihrem gewohnten Kontext, um ihnen neue Bedeutung zu verleihen. Ihre Malerei bildet nicht nur äußere Umstände ab, sondern macht psychologische und emotionale Hintergründe routinierter Handlungen sichtbar. Rendl arbeitet mit Mustern und Wiederholungen, Elemente, die Kontinuität und Struktur schaffen – für sie selbst im kreativen Prozess wie für die Betrachter, die scheinbar Vertrautes neu betrachten. Was gewöhnlich erscheint, wird vielschichtig, das Private zeigt emotionale Tiefe und Komplexität.

„Für mich war ein weiterer sehr interessanter Ansatz, wenn Sauberkeit und Ordnung in die Rituale des täglichen Lebens einfließen. Das gibt uns Sicherheit und Kontrolle, zumindest in unserem häuslichen Bereich. Nicht nur das, ich denke, ein sehr wichtiger Teil, auch unabhängig von den Ritualen selbst, ist das Gefühl, das uns bleibt, wenn wir etwas erledigt oder erreicht haben. Selbst kleine Dinge wie das Ausräumen der Spülmaschine können ein kleines Erfolgserlebnis hinterlassen und als Motor für „größere“ Vorhaben dienen.“

Ihre Werke wurden in der Galerie Krinzinger in Wien, bei Parallel Vienna und in weiteren internationalen Gruppenausstellungen gezeigt.
Jolanda Rendl lebt und arbeitet in Wien.

Sie schloss ihr Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien im Oktober 2025 bei Professor Daniel Richter ab.

Péter Tauber

„Die Lust an der Zerstörung ist zugleich eine schöpferische Lust.“ - Michail Bakunin

Tauber bewegt sich zwischen Comic und abstrakter Kunst. Er wuchs in Ungarn auf, westliche Comics waren allgegenwärtig – ideologisch fremd, visuell faszinierend.

Die Bilder berührten ihn, die Geschichten nicht. Seine Malerei nutzt vertraute Farben, Formen und Dynamiken, lässt jedoch klassische Erzählstrukturen weg. Statt Helden stehen Bewegung und Fragmente im Mittelpunkt. So entsteht eine Welt, die zugleich chaotisch und geordnet, vertraut und fremd wirkt. Klassische Comics vermitteln idealisierte Weltbilder.

Dagobert Duck verkörpert den Kapitalismus, Donald Duck die Arbeiterklasse, Superman den messianischen Retter. Tauber löst diese Strukturen auf. Er zerschlägt diese Welten mit schöpferischer Lust. Seine Dekonstruktion ist nicht bloßes Zerstören – sie ist ein kreativer Prozess. So schafft Tauber ein visuelles Erlebnis, das Raum für Reflexion bietet. Seine Kunst ist keine bloße Hommage, sondern ein spielerischer, kritischer Umgang mit diesen Universen und ihren Botschaften.

„Die Zerstörung solcher Welten macht mir Spaß, aber sie ist nicht bloße Zerstörung. Im
Prozess des Vernichtens entsteht etwas Neues.“

Péter Tauber lebt und arbeitet in Wien. Er schloss sein Studium der Malerei an der Akademie
der bildenden Künste Wien bei Professor Daniel Richter ab.

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